Getreidehähnchen: Schadbild und Bekämpfung

Getreidehähnchen (Oulema melanopus und Oulema Lichenis) sind Käfer, die vor allem an Weizen, Gerste und Hafer auftreten.

Sowohl die Larven als auch die adulten Getreidehähnchen schädigen die Pflanzen durch Fraß an der Blattoberfläche. Bedeutende Ertragseinbußen sind allerdings selten zu erwarten, da es den Schädlingen in der Regel nicht gelingt, so viel Blattgewebe zu zerstören, als das sich dies entscheidend auf die Funktionsfähigkeit der Pflanze auswirkt.

Dennoch: unterschätzt werden darf das Getreidehähnchen nicht – vorbeugende Maßnahmen sind sinnvoll und können mit relativ wenig Aufwand, auch mithilfe der Saatgutbeize GRAINGUARD, wirkungsvoll eingesetzt werden.

Das Blatt wird durch die Larve zwischen den Blattadern bis zur unteren Epidermis abgeschabt (Quelle: Essmann/agrar-press)

Getreidehähnchen in Weizen, Gerste und Hafer

Getreidehähnchen sind Käfer (Coleoptera), die zur Familie der Blattkäfer gehören. Es gibt zwei bedeutende Arten: das Rothalsige Getreidehähnchen (Oulema melanopus) und das Blaue Getreidehähnchen (Oulema lichenis). Beide sind in Europa verbreitet. Oftmals tritt jedoch das Rothalsige Getreidehähnchen stärker in Erscheinung.

Getreidehähnchen fliegen Gräser und theoretisch auch alle Getreidesorten an. Allerdings bevorzugen sie Weizen, Gerste und Hafer, davon wiederum die Sommerungen und Spätsaaten, sowie Pflanzen mit Entwicklungsverzögerungen. Teilweise lassen sie sich auch im Mais nieder.

Erscheinungsbild Rothalsiges und Blaues Getreidehähnchen

Oulema melanopus (Rothalsiges Getreidehähnchen) ist etwa fünf bis sechs Millimeter lang. Während das Halsschild orangerot ist, ist der restliche Körper metallblau, blaugrün und manchmal schwarz gefärbt. Die Beine sind orange bis gelb. Überzogen wird der Körper außerdem von deutlich sichtbaren Punktreihen. Die Fühler des Getreidehähnchens sind in etwa so lang wie der halbe Körper.

Oulema lichenis (Blaues Getreidehähnchen) hingegen ist mit drei bis viereinhalb Millimetern etwas kleiner als das Rothalsige Getreidehähnchen. Der gesamte Körper, inklusive Halsschild, ist metallblau bis blaugrün gefärbt. Punktreihen besitzen nur die Deckflügel.

Die Larven beider Getreidehähnchen-Arten sehen gleich aus und sind kaum voneinander zu unterscheiden: sie sind in etwa viereinhalb Millimeter lang und stark gewölbt. Ihr Körper ist mit dunklem Schleim überzogen, sodass ihr Erscheinungsbild dem von Nacktschnecken ähnelt.

Rothalsiges Getreidehähnchen mit dem typischen Halsschild (Quelle: Essmann/agrar-press)

Entwicklung des Getreidehähnchens

Den Winter überdauern die Käfer im oberen Boden von Wiesen, geschützt unter Pflanzenresten oder an Waldrändern und Hecken. Im Frühjahr, etwa Mitte April, werden sie aktiv. Dann machen sie zunächst einen kurzen Reifungsfraß durch die umliegenden Gräser, bevor sie anschließend das Getreide anfliegen und ihren Fraß fortsetzen. Von Mai bis Juni findet die Eiablage, die durch eine warme und trockene Witterung begünstigt wird, statt.

Die Weibchen legen die Eier vereinzelt oder in kurzen Reihen auf der Oberseite der Blätter ab. Nach acht bis zehn Tagen schlüpfen die Larven, die sofort zu fressen beginnen. Nach weiteren zwei bis drei Wochen folgt das Puppenstadium: während sich die Larven des Rothalsigen Getreidehähnchens im Boden verpuppen, verbleiben die Larven des Blauhalsigen Getreidehähnchens innerhalb eines Schaumkokons an der Wirtspflanze. Ende Juli schlüpft die neue Generation an Käfern, die sich bis Oktober durch die umliegenden Wildgräser frisst. Im Anschluss ziehen sich die Getreidehähnchen wieder für die Überdauerung zurück und der Kreislauf beginnt von vorn. Pro Entwicklungszyklus bringen die Getreidehähnchen eine neue Generation hervor.

Die Larve des Getreidehähnchens verursacht die Schäden

Die Löcher, die durch die Fraßaktivitäten der adulten Käfer entstehen, sind in der Regel nicht von großer Bedeutung. Die entscheidenden Schäden verursachen in erster Linie die Larven des Getreidehähnchens, die von Mai bis Juni einen streifenförmigen Fensterfraß zwischen den Blattadern der oberen Blätter und des Fahnenblattes durchführen. Eine einzelne Larve schafft im Laufe ihren Entwicklungsfraßes etwa zweieinhalb bis dreieinhalb Quadratzentimeter, womit sie zwischen zehn und zwanzig Prozent des Blattes zerstört – einen nennenswerten Ertragsverlust macht das jedoch noch nicht aus. Erst wenn mehr als zwanzig Prozent des Gesamtblattes gefressen wurde, ist mit einem ungefähren Ertragsverlust von zehn Prozent zu rechnen.

Das Blatt wird durch die Larve zwischen den Blattadern bis zur unteren Epidermis abgeschabt (Quelle: Essmann/agrar-press)

Bekämpfung von Getreidehähnchen

Mithilfe angepasster acker- und pflanzenbaulicher Maßnahmen kann das Risiko einer Besiedelung mit Getreidehähnchen deutlich minimiert werden.
Da sowohl die Eier als auch die Larven von Marienkäfern, Laufkäfern, Florfliegenlarven und Raubwanzen gefressen werden, lohnt es diese natürlichen Feinde zu fördern. Neben der Anlage von Ackerrandstreifen bietet sich auch eine reduzierte Bodenbearbeitung an, die vor allem dem Laufkäfer zu Gute kommt.

Auch eine geringere Bestandesdichte, sowie eine minimierte und bedarfsbezogene Stickstoffdüngung reduzieren das Risiko eines Getreidehähnchenbefalls.
Des Weiteren ist eine chemische Behandlung möglich – meistens aber nicht nötig. Aufgrund bereits entstandener Resistenzen, sollte sie außerdem nur als letztes Mittel in Betracht gezogen werden. Dabei müssen unbedingt die Schadschwellen, die von der Mitte des Schossens bis zum Ährenschieben auszulesen sind, berücksichtigt werden. Grundsätzlich sind die Schadschwellen bei bereits gestressten Beständen niedriger als bei gesunden Beständen. Während beispielsweise bei einem geschwächten Weizenfeld die Grenze bei 0,5 Eiern oder Larven pro Fahnenblatt gilt, kann ein gesunder Weizenbestand bis zu ein Ei bzw. Larve pro Fahnenblatt verkraften. In der Gerste ist es ähnlich: es gelten die gleichen Schadschwellen wie beim Weizen – allerdings werden Ei und Larven hier pro Halm ausgezählt. Roggen und Triticale liegen mit 0,5 Eiern und Larven je Halm bei gestressten Beständen und 1,5 Eiern und Larven pro Halm bei gesunden Beständen etwas darüber.

Wie hilft GRAINGUARD bei einem Befall mit Getreidehähnchen?

Eine direkte Wirkung gegen Getreidehähnchen besitzt GRAINGUARD nicht. Viel mehr gliedert sich die Saatgutbeize effektiv in die vorbeugenden Maßnahmen ein.

Entscheidend bei der Bekämpfung des Getreidehähnchens ist zum Einen die Förderung eines schnellen Pflanzenwachstums, da die Schädlinge vorzugsweise Spätsaaten und entwicklungsverzögerte Pflanzen angreifen. Zum Anderen ist dafür Sorge zu tragen, dass sich die Bestände stressfrei entwickeln, da die Schadschwellen gesunder Pflanzen höher liegen, als die Schadschwellen geschwächter Pflanzen.

GRAINGUARD fördert beides!

Aufgrund der speziellen Wirkstoffe stimuliert die Saatgutbeize einen schnellen Feldaufgang und unterstützt von Anfang an erheblich das Wurzelwachstum. Durch die ausgeprägte Wurzelausbildung verbessert sich automatisch auch die Wasser- und Nährstoffaneignung. Auf diesem Weg erhalten die Pflanzen einerseits den richtigen Schub für eine schnellere Entwicklung, andererseits erhalten sie eine optimale Versorgung, die ihnen ein stressfreies Aufwachsen ermöglicht. Die Wahrscheinlichkeit für ein Zustandekommen von einem Befall bzw. die Stärke der Schäden kann dadurch deutlich vermindert werden.

BLOG