Maiszünsler (Ostrinia nubilalis): Vorkommen, Schäden, Bekämpfung

Der inzwischen bis nach Norddeutschland vorgedrungene und damit im gesamten deutschen Raum vorzufindende Maiszünsler (Ostrinia nubilalis) hat sich zu einem der wirtschaftlich bedeutendsten Schädlinge im Maisanbau entwickelt.

Die Bekämpfung ist schwierig, zumal die Larven im Stängel versteckt und lange nicht erkennbar sind. Wie stark der Befall ausfällt, ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich und kann kaum vorausgesagt werden. Bei massivem Besatz bereiten nicht nur starke Ernteausfälle, sondern auch Folgeschäden, wie die Besiedelung durch Schimmelpilze, den Landwirten große Probleme.

Für die Bekämpfungsstrategie werden gute Lösungen gebraucht. Und so gibt es neben den herkömmlichen mechanischen, biologischen und chemischen Bekämpfungsmaßnahmen auch ergänzende Verfahren wie die Saatgutbehandlung mit MAISGUARD®, die vor allem die Maispflanze mit ihren pflanzeneigenen Widerstandsfähigkeiten in den Mittelpunkt stellt – und deren Stärkung ein Teil in der Bekämpfungsstrategie sein kann.

Denn eins ist sicher: die eine ideale Lösung gibt es nicht – der Maiszünsler kann nur durch umfassende pflanzen- und ackerbauliche Anstrengungen eingedämmt werden, die darüber hinaus von allen Landwirten in der Umgebung konsequent und über Jahre mitzutragen sind.

Maiszünslerlarven fressen sich durch die Stängel (Quelle: ap/agrar-press)

Vorkommen des Maisschädlings Ostrinia Nubilalis

Ostrinia Nubilalis gehört zur Ordnung der Lepidoptera (Schmetterling) und ist der Familie der Pyralidae zugeordnet. Der Maisschädling tritt inzwischen in ganz Deutschland auf. Aufgrund des Klimawandels findet der Schädling zunehmend und immer häufiger auch in Norddeutschland ideale Witterungsbedingungen vor. Auch die Zunahme des Maisanbaus und die große Anpassungsfähigkeit des Schädlings spielen bei der Verbreitung eine Rolle. Dabei ist die Rede von der Z-Rasse. Die ähnliche E-Rasse ist auf andere Pflanzenarten, v.a. Beifußgewächse spezialisiert und im Mais nicht vorzufinden.

Fraßgang des Maiszünslers durch den Kolben (Quelle: ap/agrar-press)

Ausbreitung des Zünslers im Mais

Die in den Maisstoppeln überwinternden Larven verpuppen sich im Mai und entwickeln sich kurz darauf weiter zu gelblich-braun gefärbten Faltern mit einer Länge von 12 – 15 Millimetern. Die Männchen erreichen dabei eine Flügelspannweite von etwa 30 Millimetern, während die Maiszünsler-Weibchen mit einer Spannweite von 34 Millimetern etwas größer werden. Generell ist die Flügelfärbung der männlichen Zünsler dunkler als die der Weibchen.

Nach einer kurzen Phase der Begattung fliegen die Schmetterlinge die Maisbestände ab Mitte Juni zur Eiablage an – vorzugsweise in der Dämmerung oder nachts. Der Falter lässt sich auf der Unterseite der Blätter nieder. Dort legt ein Weibchen bis zu fünfzig mal seine Eier ab. Innerhalb eines Eigeleges befinden sich zehn bis dreißig Eier, aus denen nach etwa zehn bis vierzehn Tagen die Raupen schlüpfen. Bei einer ungebremsten Entwicklung ist die Vermehrungsrate immens und kann durch das exponentielle Wachstum zu einer Bevölkerungsexplosion führen.

Bivoltine Generationen erhöhen die Population

Durchlief der Maiszünsler in Deutschland früher nur eine Generation im Jahr (univoltine Rasse), gibt es inzwischen schon die ersten Gegenden in Süddeutschland, in denen er zwei Generationen pro Jahr, die sogenannte bivoltine Rasse, hervorbringt. Diese kann schon ab Ende Mai ihre Eier ablegen, da sie sich wesentlich schneller entwickelt. Bereits im August ist sie soweit, dass die Falter der zweiten Generation die Eiablage in den Maisflächen vornehmen können. Die anschließend schlüpfenden Larven schädigen mit ihrem Fraß vor allem die Kolben.

Welche Schäden richtet der Maiszünsler an?

Das Imago des Maiszünslers, also der adulte Maiszünslerfalter, ernährt sich von Nektar, während nur die Raupen bzw. Larven mit ihren beißend-kauenden Mundwerkzeugen pflanzenschädigend sind.
Sind die Larven geschlüpft, beginnt ihre Fraßaktivität. Die Zünslerlarven fressen zunächst am äußeren Rand der Blätter, steuern aber zielstrebig den Stängel an. Innerhalb des Maisstängels fressen sie sich von oben bis nach unten zum Wurzelkopf durch. Auf diesem Weg höhlen die Raupen die Stängel aus und zerstören sowohl die Standfestigkeit der Maispflanzen, als auch deren Fähigkeit zur Wasser- und Nährstoffaufnahme. Abknickende Maisfahnen und Stängelbruch sind das Resultat – spätestens wenn die geschädigte Maispflanze durch Wind oder Kolben zusätzlich belastet wird. Die verringerte Nährstoffversorgung führt außerdem dazu, dass die Pflanzen in ihrer Entwicklung gehemmt sind. Sowohl die Pflanzengröße und die Kornausbildung, als auch die Energieeinlagerung in den Maiskolben leiden darunter. Bei einem starken Befall ist mit Ertragsverlusten von bis zu 30 Prozent zu rechen.

Folgekrankheiten durch Maiszünslerbefall

Meistens bleibt es nicht bei den unmittelbaren Schäden durch den Maiszünsler, denn ein Befall bringt häufig Folgekrankheiten mit sich. Die Bohrlöcher in den Stängeln bieten Pilzen und Bakterien ideale Eintrittsöffnungen und so kommt es mitunter auch zu Maisbeulenbrand oder Stängel- und Wurzelfäule. Durch einen Pilzbefall der Gattung Fusarium erhöhen sich außerdem die Mykotoxinwerte im Mais, die besonders bei der Fütterung von Milchvieh und Schweinen Schwierigkeiten verursachen.

Erkennbare Anzeichen für den Schädling im Mais

Auf ihrem Reifungsfraß durch den Stängel treten die Raupen des Maiszünslers immer wieder aus dem Inneren hervor: die härteren Nodien sind in der Regel zu fest, als dass sie diese durchqueren können. Deshalb verlassen sie an diesen Stellen den Spross und bohren sich hinter den Blattknoten wieder zurück ins Innere. Bei guter Beobachtung sind um die Knoten herum häufig Bohrlöcher und Bohrmehl zu erkennen. Auch abgeknickte Fahnenblätter und Halme können ein Anzeichen für einen Befall mit dem Zünsler sein.

Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Maiszünsler

Der Maiszünsler kann nur durch umfassende pflanzen- und ackerbauliche Anstrengungen eingedämmt werden. Die Bekämpfung stützt sich seit einigen Jahren auf drei wesentlichen Maßnahmen: mechanische, chemische und biologische Verfahren.

Bis vor einigen Jahren wurde auch den gentechnischen Verfahren, im Speziellen dem Einsatz von Bt-Maissorten, die ein gegen den Maiszünsler giftiges Protein des Bakteriums Bacillus thuringiensis enthalten, große Hoffnung entgegengebracht.

Da der Anbau von Bt-Mais in Deutschland jedoch nicht zugelassen worden ist, anders als z. B. in Spanien, wo fast 35 Prozent der Maisflächen mit Bt-Mais bewirtschaftet werden, stellt dies keine Option mehr dar.

Mechanische Maiszünslerbekämpfung

Zum Zeitpunkt der Maisernte von Silomais sitzen die Larven zumeist schon im untersten Stängelglied der Pflanze, wo sie der Feldhäcksler mit seinem Schneidwerk kaum mehr erfassen kann. Zur Bekämpfung ist deshalb direkt nach der Ernte eine intensive Bearbeitung und vor allem Zerkleinerung der Maisstoppeln essentiell. Ziel ist es, möglichst viele Larven abzutöten, den überlebenden Larven so wenige Maisstoppeln wie möglich als Überwinterungsmöglichkeit zurückzulassen und eine schnelle Verrottung der Ernterückstände zu fördern. Wichtig ist, dass diese Maßnahme auch auf den Maisbeständen der Umgebung durchgeführt wird – und zwar konsequent. Die Falter haben eine ausdauernde Flugaktivität und können andernfalls von benachbarten und auch von weiter entfernten Maisflächen wieder einwandern.

Auch tiefes Pflügen kann die Maiszünslerpopulation vermindern. Um den Falterschlupf im Frühjahr zu verhindern, müssen die Stoppeln des Silomais nach der Ernte in einer Tiefe von mindestens 15 Zentimetern eingearbeitet werden. Bei Körnermais und CCM ist die Herausforderung größer: durch die großen Strohmengen sammeln sich nach dem Pflügen dicke Strohmatten unter der Krume an, die der Folgefrucht Probleme bereiten können. Um dem entgegenzuwirken, sollten die Ernterückstände von Körnermais und CCM vor dem Pflügen durch z. B. Mulchen zerkleinert werden.

Chemische Möglichkeiten

Ob die Verwendung eines Insektizids gegen den Zünsler sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Auf Flächen, die von vielen Maisbeständen umgeben oder einem hohen Befallsdruck ausgesetzt sind, kann das Sinn machen. Ebenso auf Flächen, auf denen eine saubere Pflugfurche ohne Stoppelreste nicht durchführbar ist.
Zur Bekämpfung sind allerdings nur wenige Pflanzenschutzmittel zugelassen. Außerdem ist ihr Einsatz teuer und nicht einfach, da für den Applikationszeitpunkt nur ein sehr kleines Fenster, während des Hauptlarvenschlupfs, zur Verfügung steht. Da die Maispflanze zum Zeitpunkt der Bekämpfung meist bereits eine Höhe von über 180 cm erreicht hat, müssen für die Applikation außerdem spezielle Hochradschlepper verwendet werden.
Auf hoch gefährdeten Flächen kann das Mittel Coragen verwendet werden, welches über Fraß und Kontakt gegen die Raupen wirkt. Auf Flächen, die nur mittelstark gefährdet sind, ist es möglich, die günstigere Alternative Decis Forte einzusetzen. Dieses Produkt ist jedoch als bienengefährlich eingestuft und hat eine temperaturabhängige Wirkungsdauer, was sich als wesentlicher Nachteil darstellt.

Biologische Bekämpfung der Larve

Trichokugel nach Abwurf durch eine Drohne (Quelle: Krick/agrar-press)

Seit über 40 Jahren wird bei einem Maiszünslerbefall auf das biologische Verfahren mit Trichogramma-Schlupfwespen zurückgegriffen. Der Einsatz dieser winzigen Tierchen zielt nicht auf die Raupen des Schädlings ab, sondern wirkt als Eiparasit: die Schlupwespe legt ihre Eier auf den Eiern des Maiszünslers ab, sodass aus dem ursprünglichen Ei statt einer Larve eine Schlupfwespe schlüpft. Der Wirt wird dabei abgetötet.

Innerhalb von 15 Tagen kann eine Schlupfwespe rund 100 Maiszünsler-Eier parasitieren. Solange sie an den Maispflanzen geeignete Wirte findet, entwickelt sie innerhalb einer Vegetationsperiode bis zu 8 Folgegenerationen.

Bei mittlerem Befallsdruck und einem zweimaligen Trichogramma-Einsatz kann der Maiszünslerbefall um bis zu 75 % reduziert wird.

Was das schon alles?

Die starke Zunahme des Befalls mit diesem Falter sorgt für massive Probleme. Die Bekämpfung ist nicht unbedingt einfach und auch nicht immer von Erfolg gekrönt. Es lohnt sich also, einen Blick auf erweiternde Möglichkeiten zu werfen.

Da die Raupen des Maiszünslers durch ihre Fraßaktivität vor allem die Standfestigkeit und die Nährstoffaufnahme der Maispflanze schwächt, sollte  im Rahmen der Bekämpfung der Fokus unbedingt auch auf die Pflanze selbst gelegt werden. Wenn die Pflanze von sich aus eine höhere Widerstandskraft mitbringt, kann auch sie ihren Teil dazu beitragen, das Schadensausmaß im Mais zu reduzieren. Die Saatgutbehandlung MAISGUAR unterstützt diesen Ansatz.

Die Pflanze im Fokus

Mit  MAISGUAR behandelte Pflanzen zeigen eine deutlich verbesserte Wurzelausbildung. Durch die intensivere Bildung von Feinwurzeln vergrößert sich die Wurzeloberfläche, was insgesamt zu einer stärkeren Wurzelleistung führt. Dadurch wird den Pflanzen der Zugang zu Nährstoffen und Wasser stark erleichtert. Durch diesen besseren Ressourcenzugang sind die Maispflanzen von Beginn an vitaler und widerstandsfähiger als Maispflanzen ohne diese spezielle Saatgutbehandlung. Die eigens für Mais aufeinander abgestimmten und sorgfältig ausgewählten Wirkstoffe und Nährstoffe in MAISGUAR aktivieren und fördern außerdem den pflanzlichen Stoffwechsel. Das hat zur Folge, dass das Wachstum der Pflanzen auch unter schwierigen Bedingungen stärker ausgeprägt ist.

Wesentlich im Umgang mit dem Zünsler ist auch, dass die mit MAISGUAR gebeizten Maispflanzen eine höhere Sprossmasse und dickere Stängel entwickeln. Einen generellen Schutz vor dem Maiszünsler kann die Saatgutbehandlung damit zwar nicht bieten, aber die Bildung dickerer Stängel wirkt sich deutlich positiv auf die Standfestigkeit der Pflanzen aus. Hinzu kommt: je mehr Sprossmasse der Maiszünsler-Raupe, durch die sie sich hindurch kauen muss, entgegensteht, desto so besser.

MAISGUAR kann außerdem dazu beitragen, die Folgeschäden des Maizünslerbefalls, insbesondere die Sekundärinfektionen durch Pilze und Bakterien, zu mindern. Die dank MAISGUAR gut ernährten und stabilen Pflanzen sind weniger gestresst, weshalb ihnen mehr Energie und Ressourcen für die pflanzeneigene Abwehr zur Verfügung stehen. So gelingt es ihnen häufig besser, sich gegen Eindringlinge wehren.

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